{"id":854,"date":"2016-08-05T12:12:00","date_gmt":"2016-08-05T12:12:00","guid":{"rendered":"https:\/\/zurich.wdl.uat-sports.swisstiming.com\/2016\/08\/05\/der-youtube-weltmeister-kommt-nach-zurich\/"},"modified":"2025-03-24T19:39:27","modified_gmt":"2025-03-24T19:39:27","slug":"der-youtube-weltmeister-kommt-nach-zurich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zurich.wdl.uat-sports.swisstiming.com\/en\/2016\/08\/05\/der-youtube-weltmeister-kommt-nach-zurich\/","title":{"rendered":"Der YouTube Weltmeister kommt nach Z\u00fcrich"},"content":{"rendered":"<div>Julius Yego hat es nicht nur geschafft, sich vom Kuhhirten zum Profisportler zu entwickeln. Es ist ihm vor allem gelungen, sich im Speerwurf &nbsp;von einem bel\u00e4chelten Exoten zu einem von allen respektierten Weltmeister zu mausern. Nur zwei Athleten stehen in der ewigen Weltbestenliste noch vor ihm.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Diese unglaubliche Story ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von Beharrlichkeit und einem unersch\u00fctterlichen Glauben an sich selbst. Echter Hollywood-Stoff! Schon als Kind hat der heute 27-J\u00e4hrige in seinem Dorf im Great Rift Valley gerne wieder alles weit weggeworfen, was er in die Finger bekam. \u201eDer Speerwurf lag mir im Blut\u201c, erkannte Julius Yego fr\u00fch.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Er ist in einer einfachen Bauernfamilie gross geworden, Stra\u00dfen und Strom gab es nicht. Die Leichtathletik-B\u00fchne, auf der er heute zuhause ist, schien zu der Zeit so unerreichbar wie der Big Apple in New York.<\/div>\n<div><\/div>\n<h3>Julius Yego hatte Spass am Werfen der Holzst\u00f6cke<\/h3>\n<div><\/div>\n<div>Wie die anderen Kinder auch, ist Julius Yego acht Kilometer zur Schule gelaufen &#8211; jeden Tag hin und zur\u00fcck. Ein L\u00e4ufer ist trotzdem nicht aus ihm geworden, vielmehr haben ihn diese Holzst\u00f6cke fasziniert, die sich so gut werfen lie\u00dfen: \u201eDas hat mir Spass gemacht.\u201c<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Und dass er einen \u201eBumms\u201c im Wurfarm hatte, war schnell zu sehen. Seinen ersten Metallspeer jagte er schon auf 47 Meter hinaus &#8211; noch als Kind. Doch sein Vater war alles andere als begeistert von den Sportlertr\u00e4umen seines Sohnes. In seinen Augen war der Filius mehr mit Spielen mit dem Speer besch\u00e4ftigt als sich um seine Schulaufgaben zu k\u00fcmmern.<\/div>\n<div><\/div>\n<h3>Der Weg in die Weltspitze f\u00fchrt \u00fcber YouTube<\/h3>\n<div><\/div>\n<div>Deshalb bestritt Julius Yego seine Wettk\u00e4mpfe in der ersten Zeit heimlich und hinter dem R\u00fccken der Eltern. Noch bitterer war allerdings, dass es in ganz Kenia keinen Trainer gegeben hatte, der ihm wirklich weiterhelfen konnte. Ein Dilemma, aus dem er mit Hilfe von Internetcafes einen Ausweg fand. Dort schaute er sich Videos der besten Speerwerfer der Welt auf YouTube an und bekam auch Einblicke in deren Training.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Mit viel Improvisation und unter bescheidenen Bedingungen arbeitete er mit diesen Bildern vor Augen jeden Tag an sich und auf seinen Traum hin. 2010 war er im Alter von 21 Jahren bei einer Bestleistung von 75 Metern angelangt. Den Feinschliff holte sich der Rohdiamant danach beim finnischen Trainer Petteri Piironen. Der Schritt ins Speerwurf-Land war f\u00fcr Julius Yego ein Gl\u00fccksgriff. Es wurde an seiner mangelhaften Beinkraft und an der Technik gearbeitet. Das war der Schl\u00fcssel: Danach ging es in seiner Karriere steil bergauf.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>2011 wurde er als erster Kenianer Afrikameister im Speerwurf. Im Jahr darauf stand er pl\u00f6tzlich im Olympiafinale &#8211; als erster Afrikaner in seiner Disziplin. Er war damit zwar immer noch ein Exot, aber einer, den die Konkurrenten ernst nehmen mussten.<\/div>\n<h3>Mit Afrikarekord zum WM-Titel<\/h3>\n<div><\/div>\n<div>Die Leistungskurve stieg weiter an: 2014 setzte er sich bei den Commonwealth Games durch und 2015 wurde er schliesslich Weltmeister &#8211; mit einer Weite von 92,72 Metern, einem Afrikarekord: \u201eEs war ein gro\u00dfer Wurf, den ich nie vergessen werde. Das war ein besonderes Jahr f\u00fcr mich. Weltmeister zu sein, ist ein Traum.\u201c<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Als Weltmeister kommt er jetzt auch zu \u201eWeltklasse Z\u00fcrich\u201c, um sich dort beim grossen Diamond League-Finale mit seiner starken Konkurrenz zu messen. Den \u201eLetzi\u201c kennt er schon: 2012 war er F\u00fcnfter und 2014 Vierter geworden.&nbsp;<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Damit gibt es aber vor allem eines: Noch Potenzial nach oben, was seine pers\u00f6nliche Z\u00fcrich-Bilanz betrifft. Die Fans d\u00fcrften gespannt sein, wie weit hinaus es f\u00fcr den \u201eYouTube Man\u201c diesmal geht und ob er nach dem Sieg greifen kann. Zuzutrauen ist Julius Yego alles, daran hat niemand mehr einen Zweifel.<\/div>\n<div>\n<hr align=\"center\" size=\"5\" width=\"50%\" \/><\/div>\n<h2>5 Goldmedaillengewinner im Speerwurf am Start<\/h2>\n<p>Auf den amtieredenen Weltmeister<b> Julius Yego<\/b> wartet bei Weltklasse Z\u00fcrich ein absolutes Top-Teilnehmerfeld. Zwei seiner Vorg\u00e4nger als Weltmeister, <b>Vitezslav Vesely<\/b> (CZE) und <b>Tero Pitk\u00e4m\u00e4ki <\/b>(FIN), der Olympiasieger von 2012 <b>Keshorn Walcott<\/b> (TTO), der Jahresweltbeste <b>Thomas R\u00f6hler<\/b> (GER) und Europameister <b>Zigismunds Sirmais<\/b> (LAT) sind alle in Z\u00fcrich am Start! Nach Olympia in Rio wird das Teilnehmerfeld noch erg\u00e4nzt. (Stand: 5. August 2016)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn am 1. 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